Die urbane Arroganz

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Peter Freitag, 13. September 2019 von Peter

Die urbane Arroganz

So kann es nicht weiter gehen!

Alle bisher erfolgten Maßnahmen, Verordnungen und Gesetze belasten die ländliche Bevölkerung viel stärker als die städtische. Anspruch und Wirklichkeit klaffen hier erheblich auseinander.

Alle wollen sie unsere Welt und die Natur retten, darin besteht Einigkeit. Die einen halten batteriebetriebene-Autos für alternativlos, die einen schwören auf eine CO2-Steuer und andere auf Bäume als Klimaretter. Über die Art der Umsetzung auf erneuerbare Energien wird viel gesprochen, früher oder später müssen wir den Umstieg schaffen, aber auch unser Konsum- und Mobilitätsverhalten ändern. Und das überall, in den Städten als auch auf dem Land. Das Problem ist nur, dass alle bisherigen Maßnahmen, Verordnungen und Gesetze die ländliche Bevölkerung viel stärker belasten. Anspruch und Wirklichkeit zwischen Stadt und Land klaffen dabei auseinander.

Während die Städter z.B. über eine Verkürzung des U-Bahn-Taktes auf fünf Minuten zwischen 6 und 21 Uhr diskutieren, ist man etwa 30 Kilometer weiter auf dem Land schon froh, wenn der Bus zweimal am Tag fährt. Während die Städte viele Kindergarten- und Hortplätze als Standard anbieten, fehlen diese auf dem Land mit entsprechend ausreichenden Öffnungszeiten. Nicht viel anders sieht es mit der medizinischen Versorgung aus.

Bei den kulturellen Angeboten in den Städten zahlen Alle aber nur wenige profitieren. Die Tickets für Theater, Konzert und Museum werden zum großen Teil aus Steuergeldern finanziert oder subventioniert. Aber in den Dörfern sterben die Kinos aus. Nur ein paar Beispiele von vielen, welche das Missverhältnis verdeutlicht.

Überfällige Investitionen in die Infrastruktur, wie Straße, Schiene und eine meist unzureichende digitale Versorgung, erschweren zusätzlich das Leben und Arbeiten auf dem Land. Dabei wäre es essentiell wichtig, Dörfer und Kleinstädte als lebenswerte Wohn- und Arbeitsräume zu erhalten, alleine schon deshalb um die Flucht in die Städte zu verhindern und damit noch zusätzlich die Wohnungsnot zu verschärfen. Schnelles Internet und Videokonferenz ermöglichen Arbeitnehmern flexibel von zu Hause aus zu arbeiten, sowie Beruf und Familie miteinander besser zu vereinbaren. Dank dieser Technik werden Stau, Stress, Zeit und Energiekosten eingespart. Die Städte profitieren so von geringerem Individualverkehr, Lärm und sauberer Luft.

Mit der Energiewende besteht aber auch die Gefahr, dass der ländliche Raum zusätzlich benachteiligt wird, mal abgesehen von der Verschandelung der Landschaft durch Windparks. Die Pendler haben das Windrad vor der Haustür und müssen zusätzlich auch noch für die CO2-Emmissionen zahlen. Die Energiewende muss aber von allen getragen werden, muss also überall stattfinden. Dazu müssen viel mehr Häuser in den Städten und Flächen an den Autobahnen mit Photovoltaikanlagen bebaut, Plätze, Parks, Dächer und Fassaden zum CO2-Ausgleich begrünt werden. Nicht nur die ländliche Bevölkerung darf für die gesamte Gesellschaft bezahlen.

Deshalb wäre eine gleichmäßige regionale Verteilung der notwendigen Maßnahmen sehr Sinnvoll. Nur so kann man Alle Beteiligten mitnehmen und für deren Verständnis werben. Statt der urbanen Arroganz zu folgen, wäre ein faires Miteinander für attraktive Lebensräume in der Stadt und auf dem Land viel sinnvoller.

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Urbane Mobilität

Die flexible Nutzung und Kombination von unterschiedlichen Verkehrsmitteln spielt vor allem in größeren Städten und Metropolregionen zunehmend eine wichtige Rolle. Denn dort kommt es vor allem in den Zentren zu Staus, es fehlt an Parkraum und die Nutzung des eigenen Pkw wird immer unattraktiver. Das Netz des öffentlichen Personennahverkehrs ist hier bereits engmaschig, die Entfernungen oft kurz genug, um sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen zu können.

Die Verkehrsteilnehmer befinden sich also in der komfortablen Position, die vielfältigen Mobilitätsoptionen individuell und situationsbezogen kombinieren zu können, je nachdem ob sie gerade zur Arbeit, zur Kita oder zu einem Treffen mit Freunden unterwegs sind. Damit bietet Intermodalität eine Möglichkeit zur Optimierung der Mobilität und kann einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und einer verbesserten Lebensqualität in Städten leisten.

Intermodalität = die Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel, um von A nach B zu kommen.

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